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Wolfgang Heller
Bieler Weg 5
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Mais-Zeit 2017

Maiszeit 2017

Als ich gestern gegen Mitternacht schlafen ging, hörte ich durch offene Schlafzimmerfenster auf der anderen Seite des Weiltals ein Schuss. Der konnte nur Sauen gegolten haben. Es ist wieder so weit. Die Felder sind abgeerntet, die Sauen ziehen sich zum Mais. Das konnte ich gestern beim Spaziergang im alten Revier deutlich feststellen.

8. August

Weil ich im Augenblick nicht aktiv jage, nenne ich den Reviergang durchs südwestliche Revier einmal Spaziergang. So viel Mais wie in diesem Jahr gab es in dieser Revierecke noch nicht. Insgesamt sind es 11 Schläge unterschiedlicher Größe mit einer Gesamtfläche von etwa (das rechne ich noch aus) ha.  An zwei von 4 Seiten trifft das Areal auf Wald. Der Übergang vom Wald zum Feld ist schmal und jägerisch mit der Büchse nur schwer zu beherrschen. 

Über die letzten Wochen war schon zu sehen, dass sich einige wenige Sauen regelmäßig im und am Mais bewegen. Die Ränder einzelner Felder sind immer wieder aufgebrochen und zwischen den Saatreihen der Boden ebenfalls. Maisstängel sind bis letzte Woche noch nicht betroffen. Die Sauen graben noch nach tierischer Nahrung.

Das wird sich aber bald ändern, weil der Mais gerade in die Reife übergeht. Das Interesse an den nahrhaften Kolben entwiockelt sich. 

Zu fährten sind die Sauen im Augenbick schwierig. Der Boden ist bewachsen und in den Sonnenphasen wie fest gebacken. Nur hie und da an den Maisrändern und zwischen den Reihen lassen sich Trittsiegel lesen. Demnach hält sich im Moment eine kleinere Rotte, vermutlich eine Bache mit Frischlingen, im und am Mais auf. Es hat sich aber auch ein Überläuferkeiler bis angehender Keiler eingestellt und die Felder zu seinem Revier erkoen. An mehreren Stellen sind seine Trittsiegel zu fährten.

Auffallend ist, dass er wie Rotwild das Maisfeld auch von außen angeht. Hätte ich nicht seine Fährte genau bestätigen können, hätte ich vermutet, dass hier Rotwild aktiv ist. Allerdings muss auch ein einzelnes Stück Rotwild unterwegs sein, weil manche Stängel höher als bei Sauen üblich umgebrochen sind. Fährten waren nicht abgezeichnet, weil die Stängel von bewachsenem Boden aus heruntergezogen wurden.

Jagdliche Gänge

 

Wenn ich unterwegs bin, denke ich immer an eine jagdliche Weisheit, von der ich nicht mehr weiß, ob ich sie gelesen habe oder ein alter, erfahrener Jäger sie mir mit auf den Weg gegeben hat.

 

Du musst dem Wild nicht nachlaufen, um zu wissen ob es ihm Revier steht. Seine Fährten, Spuren und Zeichen sagen dir genau, was, wann, wo im Revier unterwegs ist.

 

Ich hab den Rat beherzigt und gute Augen für die jagdlichen Zeichen entwickelt. Wenn ich heute mit Freunden wandere, könnte ich nach so einer Wanderung ein halbes Buch über die stillen Beobachtungen längs der Weges schreiben, wo andere unbedacht vorbeigehen. 

 

Es braucht aber nicht nur ein gutes Auge. Ebenso wichtig sind Gehör und Nase. Wer sein Gehör trainiert, kann Wild auf weite Strecken hören und unterscheiden, wer die Nase trainiert, riecht den Fuchs, der vor einer halben Stunde über den Weg gelaufen ist. Wer seine Nase traniert, riecht aber auch die Sauen und das Rotwild in der Dickung, wenn der Wind von dort herüber streicht.

 

Und last not least spielen auch Geschmackssinn und Tastsinn eine nicht unbedeutende Rolle. Wenn die Früchte des Feldes anfangen zu schmecken, ist auch die Zeit gekommen, dass das Wild zur Äsung in die Felder zieht. Und wenn ein Stück Wild ganz nah polternd abspring, kann ich an der Erschütterung des Bodens, sofern der fest genug ist, und an der Schrittfolge hören und fühlen, um welches Wild in welcher Stärke es sich gehandelt haben mag. Ihr seht also, ein richtiger Jäger braucht alle seine Sinne, nicht nur den Abzugsfinger.

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